Die erste Nachricht über die Stadt Benátky nad Jizerou stammt aus dem Jahre 1052, wenn das Dorf Obodø (das heute einen Bestandteil der Stadt Benátky nad Jizerou bildet) in den schriftlichen Quellen erwähnt wurde. Nördlich von Benátky wurde vor dem Jahre 1264 die Burg Dražice aufgebaut, deren Überreste an einem Felsenvorsprung über den Fluss Jizera bis heute erhalten blieben. Jan von Dražice erwarb vor dem Jahre 1346 die Genehmigung, an einer nähen Anhöhe die Stadt Nové Benátky (Neubenatek) zu gründen. Im Jahre 1349 wurde der Bau eines Klosters gemeinsam mit der anliegenden Maria-Kirche verwirklicht. Das Geschlecht von Dražice starb im Jahre 1385 aus und die Stadt mit der umliegenden Herrschaft hielten dann verschiedene Besitzer.
Inmitten der 20.Jahre des 16.Jahrhunderts ließen sich die Burggrafen von Donin in Nové Benátky nieder und erbauten hier anstelle des Klosters, das während der Hussitenkriege zerstört wurde, ein Renaissanceschloss. Als Anhänger der Brüdereinheit duldeten sie ihre Tätigkeit in der Stadt, wo auch der spätere Brüderbischof Jan Augusta wirkte.
Im Jahre 1599 kaufte der Kaiser Rudolf II. die ganze Herrschaft einschließlich der Stadt und des Schlosses und ermöglichte hier, dem dänischen Astronomen Tycho Brahe ein Observatorium einzurichten und seinen Freund und zugleich Konkurrenten Johannes Kepler zu treffen. Im Jahre 1647 schenkte der Kaiser Ferdinand III. die Herrschaft Nové Benátky dem General Jan von Werth, der zu den erfolgreichsten Heerführern der katholischen Kriegsseite während des 30-jährigen Krieges gehörte. Jan von Werth baute zum Schloss einen nördlichen Flügel zu. Das heutige Aussehen des Areals entstand durch den Bau des östlichen Flügels und des Kirchenturmes unter dem Grafen von Schützen im Jahre 1702. Sein Nachfolger Ignaz von Klenová war ein großer Kunst – und Musikliebhaber und dadurch ermöglichte er, den Brüdern František und Jiøí Antonín Benda bedeutende Kompositions und Interpretationserfolge v.a. in Deutschland zu erreichen. Zugleich ließ er den Schlosspark mit den Statuen aus der Werkstatt vom Matthias Bernard Braun und František Adámek verzieren.
Nach einer kurzen Episode des Prager Erzbischofs Antonín Petr Pøíchovský, der die Interieurs im Rokokostil einrichten ließ, kam Nové Benátky in die Hände des Geschlechts von Thun-Hohenstein. In den Jahren 1844-1847 wirkte der junge Bedøich Smetana, der Begründer der tschechischen Nationalmusik, als Musiklehrer in der Familie von Leopold Thun-Hohenstein. Der letzte Bessitzer, der Graf Kinský, verkaufte im Jahre 1920 das damals schon fast leere Schloss der Stadt Nové Benátky.
Während der nazistischen Okkupation, im Jahre 1944, kam es zur Verbindung der Nové und Staré Benátky (Neubenatek und Altbenatek) und auch des Dorfes Obodø und es entstand die heutige Stadt Benátky nad Jizerou, zu der später noch die Dörfer Dražice und Kbel angegliedert wurden. Die Stadt wurde zu einem natürlichen Zentrum des südlichen Teils der Region von Mladá Boleslav und mit der zahl von cca 6700 Bewohnern gehört sie zu den größten Gemeinden des Kreises. Ihre Ausdehnung wurde auch durch die Eingliederung eines Teiles des ehemaligen Militärraumes Milovice-Mladá wesentlich vergrößert, hier stehen außer Wäldern und Naturschutzgebieten auch Flächen für einen Industrieaufbau zur Verfügung. Der bedeutendste Betrieb in der Stadt ist die Firma Carborundum-Electrite, der älteste europäische Produzent von Schleifmitteln. Dagegen ganz unlängst wurde die Firma SOH (Gesselchaft für die Abfallwirtschaft) begründet, die eine der besten Deponien in der Tschechischen Republik besitzt. Zu den traditionellen Betrieben gehören die Malzfabrik „Sladospol“, die Sodawasserfabrik „Horák“ und der „Genossenschaftsbetrieb“ in Dražice. Das Kulturleben unterstützen hauptsächlich der „Klub der Kulturfreunde“, das Museum und die Stadtbibliothek. Eine vieljährliche Tradition hat auch das Festival „Filmamateure in Benatky“ und der Tanzwetbewerb „Benateker Pokal“. Auch viele Sportvereine von Benátky erreichen große Erfolge, v.a. in Eishockey, Badminton, Kanu-Slalom, Tennis, Volleyball, Moto-Cross, Schachspiel und Fußball.
In den letzten Jahren trat die Stadt auch zur Renovierung ihrer Denkmalzone zu. Es wurde das Schlossareal repariert und dank dem sorgfältig vorbereiteten Regenerationsprogramm gibt´s eine gute Aussicht, dass auch kleine Architektur – und Kunstschätze nicht unterlassen werden und dass die Atraktivität der Stadt wie für seine eigene Bewohner, so auch für zahlreiche Gäste und Besucher auch weiter zunehmen wird.
Öffnungszeit1.5. - 31.10.:
Dienstag-Sonntag: 9.00-12.00 a 13.00-17.00
(Am Montag geschlossen)
3.12.-20.12.:
Montag-Freitag: 9.00-12.00 a 13.00-16.00 EintrittspreiseVoller Eintrittspreis : 20 Kè
Ermäßigter Eintrittspreis: 10 Kè |